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Robert Genin - Murnau

Im 27. März 2019 eröffnet im Schlossmuseum Murnau eine umfassende Schau von Werken des in Belarus geborenen Künstlers Robert Genin. Der Erforschung des hierzulande noch wenig bekannten Künstlers widmet sich der Freundeskreis, dem ich angehöre.

Die Ausstellung umfasst Werke aus allen Schaffensperioden und zeigt Gemälde und grafische Arbeiten. Sie stammen aus öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter der größten Privatsammlung von Alexej Rodionov in St. Petersburg. Es erscheint ein umfassender Katalog in deutscher und russischer Sprache.

Weitere Informationen hier.

Foto: https://schlossmuseum-murnau.de/de/sonderausstellung-robert-genin-ein-russischer-expressionist-in-muenchen (22.3.2019)

Forgotten Front WW1

Noch immer steht die Forschung zur Ostfront des Ersten Weltkrieg im Schatten der westlichen Kriegsschauplätze. Zwar sind seit dem 10. Jahrestag 2014 viele zahlreiche Publikationen erschienen. Offenbar gilt das aber nicht für den englischsprachigen Raum, konkret die US-amerikanische Forschung.

Dafür spricht jedenfalls, dass der Sammelband des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (heute Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) aus dem Jahre 2004 praktisch ohne Änderungen oder Aktualisierungen kürzlich ins Englische übersetzt und sogleich für den im Titel genannten Preis nominiert worden ist.

Ich habe darin einen Beitrag über den Moskauer Brüderfriedhof publiziert, der 2004, also zum 90. Jahrestag, als wir die erste große Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im DHM gemacht haben, noch weitgehend unbekannt war. Seitdem ist viel passiert: Das Gelände deutlich erweitert und umgestaltet, neue Gedenksteine aufgestellt und der Friedhof wieder in das offizielle Gedächtnis zurückgekehrt. Das hätte ich gerne in den Text eingearbeitet, aber mit Mühe und Not konnte ich eine einzige Fußnote am Ende des Textes platzieren, die auf den Forschungsstand des Beitrags von 2004 und die nachfolgenden Entwicklungen hinweist. Dazu gehört nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Russland. Für die amerikanischen Leser scheint jedoch selbst der überholte Stand der Forschung einen Erkenntnisgewinn zu bringen, was insgesamt dafür spricht, dass es zur Ostfront noch immer einen Nachholbedarf gibt.