AKTUELLES – Ausstellung

Foto Perestroika Roter Platz

Eine schöne Idee hatten einige „alte“ Kommilitoninnen aus der Zeit unseres Osteuropa-Studiums Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Sie haben Fotos aus der Zeit der Perestroika gesammelt und präsentieren diese nun zusammen mit den Autorentexten in einer online-Ausstellung auf dem Portal Visual History. Von mir gibt es ein Foto auf den Roten Platz wie durch ein Brennglas.

Die Online-Vernissage war ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, mit denen man sich am liebsten direkt auf ein Glas Wein treffen würde. Wer von uns hätte gedacht, dass sich die Lage in Russland so entwickelt und fast den Eindruck hervorruft, als würden wir wieder, wie im Kalten Krieg, Feindforschung betreiben.

Ganz aktuell ist diese Perspektive angesichts des Verbots von „Memorial“, das genau in dieser Zeit, als wir zum Studium und Archivrecherchen in Russland unterwegs waren, im Entstehen begriffen war und ohne das wir in Forschung, Wissenschaft und Kultur nicht da wären, wo wir heute sind. Umso wichtiger ist es gerade jetzt, dass wir unsere Kontakte pflegen, Projekte im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich weiter vorantreiben, wo immer es geht und uns vor allem nicht aus den Augen verlieren. In diesem Sinne ist die Ausstellung ein wichtiges Projekt.

GW Moderation

In diesem und dem nächsten Jahr wird das Gebäude, eines der letzten auf dem Gebiet des ehemaligen Minsker Ghettos, mit Mitteln des Auswärtigen Amtes baulich instandgesetzt. Parallel erarbeiten wir eine Konzeption für die Gestaltung der Innenräume – eine Dauerausstellung, die über den Ort, das Ghetto und die Erinnerung daran informiert, eine verbesserte Bildungsarbeit mit Besuchern und Gruppen ermöglicht sowie weiterhin Gespräche und Begegnungen mit den letzten Zeitzeugen ermöglicht. Auf diese Weise soll die Geschichtswerkstatt als Lernort weiter professionalisiert und in internationale Netzwerke eingebunden werden. Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Architektin Galina Lewina und der Ausstellungsgestalterin Susanne Benzing haben wir beim ersten Online-Workshop Ende Mai mit der Arbeit begonnen und den Grundstein für die zukünftige Ausstellung gelegt.

Foto: K. Janeke

Robert Genin - Murnau

Im 27. März 2019 eröffnet im Schlossmuseum Murnau eine umfassende Schau von Werken des in Belarus geborenen Künstlers Robert Genin. Der Erforschung des hierzulande noch wenig bekannten Künstlers widmet sich der Freundeskreis, dem ich angehöre.

Die Ausstellung umfasst Werke aus allen Schaffensperioden und zeigt Gemälde und grafische Arbeiten. Sie stammen aus öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter der größten Privatsammlung von Alexej Rodionov in St. Petersburg. Es erscheint ein umfassender Katalog in deutscher und russischer Sprache.

Weitere Informationen hier.

Foto: https://schlossmuseum-murnau.de/de/sonderausstellung-robert-genin-ein-russischer-expressionist-in-muenchen (22.3.2019)